Gleitsichtschwankungen

Vor einer Woche habe ich meine Gleitsichtbrille abgeholt. Damit ich sie besser verwechseln kann, habe ich das gleiche Gestell wie bei meiner Einstärkenbrille gewählt.

Je weiter in den Nahbereich ich blicke, also nach unten, desto schmaler wird der Bereich der Linsen, in dem ich klar sehen kann. Rechts und links dieses scharfen Bereichs ist das Bild verschwommen und seltsam gewölbt. Ich empfinde das, gerade beim Umhergehen, als derart unangenehm, dass ich ich bisher darauf verzichtet habe, die Brille im Alltag zu tragen. Ich fürchte ja, das gehört so. Gehört das so?

Gleitsichtschwankungen

Anders denken

Die sozialen Medien haben mich gelehrt, dass als „andersdenkend“ hauptsächlich jene Menschen bezeichnet werden und sich selbst bezeichnen, denen Meinungsfreiheit gerade dann besonders besonders wichtig ist, wenn sie dazu benutzt wird, andere Menschen oder gleich ganze Menschengruppen, am liebsten implizit, verächtlich zu machen.

Ich hatte das irgendwie anders in Erinnerung.

Anders denken

Verodnung: Haribo

Am Montag habe ich einen Haribo-Schlumpf gegessen und mir damit ein Inlay aus dem Backenzahn gerupft (wie vor einem halben Jahr auf dem Congress, bloß bei einem anderen Zahn). Inlay sauber gemacht, Mund gut ausgespült und Inlay wieder reingeklickt. Was willste auch amderes machen. Es sitzt sehr gut.

Heute war ich beim Zahnarzt, um das Ding reparieren zu lassen, und es ist ihm, auch unter Aufbringen aller angemessener Gewalt, nicht gelungen, das Inlay wieder rauszurupfen. Es war derselbe Arzt, der es damals auch eingepasst hatte. Gute Arbeit. Kann ich empfehlen.

Das hat ihn dermaßen ratlos zurückgelassen, dass er meinte, wüsste er nicht, dass es locker sei, hätte er das so nicht feststellen können. Wir haben einen neuen Termin für in anderthalb Wochen vereinbart und er hat mich angehalten, die Tage vorher doch mal was Haribo zu essen, um den Vorfall von Montag zu reproduzieren.

\😃/

Verodnung: Haribo

Feucht schlafen

So lange ich mich erinnern kann, habe ich Probleme mit den Atemwegen. Morgens, oft auch nachts zwischendurch, wache ich mit verstopfter Nase und trockenem Rachen auf und schlafe entsprechend schlecht.

Im Winter habe ich mir einen Luftwäscher (Venta LW25*) gekauft. Ich nenne ihn zärtlich „Püsterich“ und habe ihn tief in mein Herz geschlossen. Seit ich das Ding nachts laufen habe – und er die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer inmer nur um wenige Prozent erhöht – schlafe ich nämlich nicht nur besser durch und wache nicht mehr mit (oder vielmehr: wegen) trockenen Atemwegen auf, sondern scheine noch einen weiteren Vorteil gewonnen zu haben: Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt so wenig Allergiesymptome (Nase zu, Jucken, Husten) hatte, obwohl es schon Mitte Juni ist.

Wobei das wiederum auch nur Zufall sein kann.

 

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Feucht schlafen

Spontankauf Korrekturbrille

Seltenen Besuch gehabt, am Hackeschen Markt getroffen und danach noch ein wenig rumscharwenzelt, vulg. „shopping“. Shopping ist, wenn man die Angebote des Einzelhandels anguckt und probiert, ohne unbedingt etwas kaufen zu wollen oder zu müssen. Wenn man dann aber etwas gefunden hat, das einem gefällt, will man es auch sofort haben und nicht groß warten. Bei Brillen geht das bisher nicht, weil die Gläser bestellt werden müssen.

Auf dem Weg zum Oberholz („wollte ich dir mal zeigen“) an einem Brillenladen vorbeigekommen, dessen Angebot mich beeindruckt hat, wie schon lange nichts mehr im Einzelhandel.

Die haben eine Wand voller Einstärken-Gläser, eine kleine, aber gute Auswahl an Gestellen und, hinter einer Glaswand, eine automatische Linsenschleifmaschine zum Zugucken.

Der Sehtest im Hinterzimmer ist kostenlos und nachdem die Daten an die Maschine übertragen sind, dauert es noch 20 Minuten, zu schleifen und die Gläser einzufassen.

Käffchen trinken gehen, wiederkommen, anpassen, fertig. Die gedamte Prozedur dauert gut 30 Minuten und die fertige Brille kostet zwischen 99,- und 149,- Euro. 

Ich habe schon länger beim Herrenaustatter gewartet, um Hosen gekürzt zu bekommen, die ähnliche Preise hatten.

Spontankauf Korrekturbrille

Die Wochendämmerung

wochendaemmerungSeit einigen Wochen setzen Katrin Rönicke und ich uns zusammen, besprechen in gut 30 Minuten ein paar aktuelle Ereignisse der Woche und sagen unsere Meinungen. Das haben wir bisher hinter einem geschlossenen Vorhang gemacht, seit dieser Woche dämmern wir aber öffentlich.

Es gibt keinen, wie gewohnt leicht zu verarbeitenden, Podcast-Feed. Die Show (Gesamtliste) ist nämlich eine Auftragsproduktion für Audible, die sich davon selbstverständlich neue Kunden erhoffen. Darum könnt ihr die Sendungen nur hören, nachdem ihr euch bei Audible angemeldet habt (das geht mit Amazon-Login).

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Show aufs Gerät zu bekommen: Entweder die Folgen einzeln „kaufen“ (kostet jeweils nix) oder als „Podcast“ abonnieren (kostet auch nix). Hier erscheint zwar ein Button „Podcast“, der dazu führen soll, dass man die Sendungen auch mit seinem eigenen Podcatcher hören kann. Das funktioniert aber leider nicht – der Techniker ist informiert.

Die Sendungen werden nicht über ein Blog verteilt, darum haben wir uns für Facebook als Rückkanal für inhaltliche Diskussionen entschieden. Mal sehen, ob das klappt.

Wir freuen auf die Erweiterung des Hörerinnenkreises 🙂

Die Wochendämmerung

Venedig

venedig

Wir waren ein paar Tage in Venedig. Im Frühjahr und im Herbst kann man gut dorthin fahren, denn dann ist es nicht so schrecklich voll. „Leer“ bedeutet beim Markusplatz ungefähr dasselbe wie „Werktag auf dem Alexanderplatz“, es ist also nicht menschenleer, aber mann kann geradeaus laufen, ohne angerempelt zu werden. Jedenfalls nicht rund um die Sehenswürdigkeiten und auf den Straßen, auf denen Touristen sich normalerweise rumtreiben, also die, auf denen es Shopping-Möglichkeiten gibt.

50 Meter abseits der Shoppingstraßen trifft man dafür aber wiederum auf kaum Menschen und noch weniger Touristen – dafür aber auf Gaststätten, die einen Besuch lohnen. An der Fondamenta Diedo beispielsweise gibt es die Craftbier-Bar „il santo bevitore“. Die liegt gerade mal 20 Meter von der Strada Nuova entfernt, einer recht stark frequentierten Einkaufsstraße, die man von der Bar aus aber nicht einsehen kann. So sitzt man schön draußen, trinkt schön Bier und kann schön das Geplärre der überforderten Teenager auf Klassenfahrt hören, ohne davon wirklich belästigt zu werden. Der Laden hat 21 Biere vom Fass – die größte, mir bisher bekannte Zapfanlage (im Berliner Doldenmädel) hatte 18 – und gefühlt 100 aus der Flasche. Dazu Personal, das genau weiß, wovon es spricht, und sehr freundlich ist zu Menschen, bei denen es merkt, dass sie nicht bloß nen schnellen Schluck in einer fancy Bar trinken wollen, sondern die sich Gedanken darüber machen, was genau sie trinken wollen und warum. Es mag tollere geben, aber das war die tollste Bierbar, die ich bisher betreten habe.

Essen kann man in Venedig sehr gut. Leider ist es häufig auch sehr teuer. Das günstige Essen ist wiederum oft sein Geld nicht wert, weil Touristen sowieso immer kommen und man sich nicht sonderlich bemühen muss. Eine gute Mischung aus nicht allzu teuer und ziemlich lecker ist die Rosticceria San Bartolomeo (auch: Rosticceria Gislon) in der Calle de la Bissa, mitten in San Marco. Das Essen hier ist typisch venezianisch (Baccalá und so), was man so oft ja auch nicht bekommt, und die Einrichtung ähnelt der einer zur Kantine erweiterten Frittenbude, was vermutlich der Grund dafür ist, dass ich dort bisher immer nur wenig Laufkundschaft habe reinschneien. Vermutlich sprechen die Angestellten dort deshalb auch nur sehr gebrochenes Englisch.

Frühstück gibt’s im Hotel, so dass ich jetzt immerhin schonmal weiß, was ich Venedig machen würde, wenn ich nur einen Tag zur Verfügung hätte.

Ich hätte auch noch ein kleines Flickr-Album im Angebot.

Venedig

Teilzeitmobbing

Ich kenne solche Geschichten bisher nur aus fernen Erzählungen und Artikeln, denn ich bin mit einem frauenfreundlichen Arbeitsumfeld gesegnet. Bilde ich mir zumindest ein – denn aus jenem Teil des Bekanntenkreis, von dem ich genau das auch angenommen hatte, kam mir am vergangenen Wochenende diese Geschichte sehr nahe:

Wohlbekannte, nordrhein-westfälische GmbH mit hohem Geschäftsführerverschleiß (vielleicht ist das ja schon ein Warnzeichen). Betriebsbedingte Kündigungen sind dort selten bis unbekannt. Projektmanagerin, seit einem Jahrzehnt im Unternehmen, wird mit 40 Mutter und arbeitet nach der Elternzeit nur noch gut 50%. Der Chef eröffnet ihr, dass sie in Zukunft nur noch als Projektmanagerin arbeiten kann, wenn sie zu mindestens 80% anwesend ist, ansosten halt Projektassistentin (notwendigerweise bei jemandem, der garantiert weniger kompetent ist als sie) oder irgendwas anderes werden muss. Irgendetwas weit unter ihrer Qualifikation halt.

Ich halte das nicht nur für das dümmste Zeug, das ich mir im Zusammenhang mit Projektmanagement vorstellen kann, denn ausgerechnet dort geht es ja schließlich um Ressourcenplanung, sondern auch und vor allem für Mobbing.

Teilzeitmobbing