Entschwörung

Dass eine Verschwörungstheorie wahr ist, weil einzelne, frühere Verschwörungstheorien sich nachträglich als wahr herausgestellt haben, bedeutet zwingend, dass der Papst unfehlbar ist.

(Wobei noch die Frage zu beantworten ist, welche Verschwörungstheorie sich nachträglich als wahr herausgestellt hat)

Entschwörung

DSLR-Plasteröhrenscanner

Neulich hat mich einer gefragt, wie ich denn eigentlich scanne und da fiel mir ein, dass ich meine neueste Variante noch nicht verbloggt habe. Ich habe mir so ein Plasterohr gekauft, das mit 52mm-Gewinde auf das DSLR-Objektiv aufgeschraubt wird und bei meinem 50mm Joghurtbecher unmittelbar solcherlei Ergebnisse liefert, mit denen ich zufriedener bin als mit dem normalen Scanner.

Im Rohr verbaut ist eine Plastiklinse, deretwegen ich auf ein Makro-Objektiv verzichten kann. Wer das nicht mag, kann sich für ein paar Euro Zwischenringe klicken, um das Weitwinkel oder 50mm zu verlängern. Die Rohre gibt’s von verschiedenen Herstellern, sie kosten gefühlt unangemessen viel Geld für etwas Plastik (über 30,- Euro), es ist etwas fummelig, die Negativstreifen reinzuschieben, ihre Bezeichnung ist „Dia Duplikator“ und es geht auch nur mit Kleinbild. Aber immerhin.

(Foto: Ilford FP4+ in einer Agfa Parat I, danach zu kurz in Rodinal 1:50)

DSLR-Plasteröhrenscanner

Ich war bei Karstadt

Der Dosenöffner ist kaputtgegangen. Dosenöffner gehören zu diesen Dingen, die so selten kaputtgehen, dass man an deren Ausfall bemerkt, dass man älter wird. Waschmaschinen, Kühlschränke und Staubsauger gehören auch dazu.

Ich wohne in Tempelhof. Wenn man einen Dosenöffner braucht, geht man zu Karstadt. Früher gab es bestimmt auch mal Haushaltwarenläden irgendwo im Bezirk, aber ich vermute, deren Zeiten sind vorbei, und halte darum auch nicht Ausschau nach sowas. Obwohl ich Haushaltwarenläden immer besonders spannend fand, denn dort gab es ungefähr genauso viele Sachen wie bei Karstadt, bloß ohne die Klamotten, Lebensmittel und Fernseher, dafür aber in Schubladen und Kästen.

Als ich jung war, gab es im Ort einen Haushaltwarenladen. Bei dem hatte ich den alten Dosenöffner gekauft und eine Pfeffermühle. Die war aus Plastik und ist schon vor einigen Jahren bei einem Sturz ums Leben gekommen. Jetzt habe ich eine aus Holz, die dermaßen neu aussieht, dass ich mich immer ein wenig schäme, wenn ich sie benutze. Gekauft habe ich sie in Tempelhof beim Karstadt.

Gefühlt gab es früher an jeder zweiten Ecke der größeren Siedlungen einen Kaufhof, einen Karstadt und einen Hertie. Ich erinnere mich sogar noch an ein Kaufhaus namens Horten. Dazu kamen dann noch so lokale Kaufhäuser wie Teitge in Euskirchen, bei denen ich damals – nach angemessener Wartezeit, denn auch im Westen waren Dinge gelegentlich knapp, vor allem Autos von Mercedes –  meinen Zauberwürfel kaufen konnte. Den hatte man bestellt, angezahlt und irgendwann riefen die an und sagten, man könne ihn jetzt abholen. Der Laden war ungefähr 20 Kilometer und eine Parkplatzsuche von zuhause entfernt und trotzdem ist meine Mutter gleich mit mir hingefahren. Es gab nämlich auch immer noch andere, zauberhafte Dinge zu sehen im Kaufhaus, so dass ein Besuch dort nie wirklich vergeblich war.

Wenn ich heute in den Karstadt gehe, geht es mir immer noch ein wenig so und ich verbringe dort viel mehr Zeit, als notwendig wäre, um beispielsweise eine Pfeffermühle zu kaufen, und entedecke jedesmal irgendwelche interessanten Dinge, die ich zwar nicht kaufe, über die ich mich aber jedesmal freue. Ganz selten gehe ich sogar dort im Restaurant eine Kleinigkeit essen.

Ich fürchte, dass diese Art Kaufhaus irgendwann verschwunden sein wird und mit ihnen auch das kleine, leicht kindliche Staunen, mit dem ich durch deren Gänge schlendere.

Ich war bei Karstadt

Early Retirement

Die Tage bin ich über die „early retirement„-Szene gestolpert, also jene Menschen, die darauf hinarbeiten, so schnell wie möglich finanziell unabhängig zu sein.

Die Idee ist simpel: Ausgaben so weit reduzieren, dass man 50% und mehr seines Nettoeinkommens derart anlegen kann, dass es irgendwann so viel Kapital ist, dass dessen Rendite den vergleichsweise niedrigen Lebensstandard bis zum St. Nimmerleinstag finanzieren kann. Je nach Lebensentwurf und Einkommen ist man damit nach spätestens 20 Jahren durch. Ein normaler Bachelor könnte also noch vor seinem 40. Lebensjahr damit anfangen, ausschließlich zu tun, was er will. Das beinhaltet übrigens, Geld zu verdienen – bloß halt nicht mehr, weil man muss.

Spaßeshalber habe ich dann ein wenig mit mit meinem bisherigen Lebenseinkommen rumgerechnet und festgestellt, dass ich seit über zehn Jahren meine Ruhe haben könnte, hätte ich diese Idee gleich zu Beginn meines Berufslebens kennengelernt und hätte es geschafft, sie umzusetzen.

Das ist ja jetzt schon ein wenig frustrierend 😂

Early Retirement

Bantry


Kurze Zeit später liefen fünf mutmaßliche Pakistani mit Pizzakartons in den Händen über den Steg, um das orange Boot zu betreten, und blickten uns an, als gehörten wir nicht hierher. Und damit hatten sie ja auch recht.

Bantry

(No) Daylight in your Film

Das ist ein Jobo 2400 Tageslichttank, in dem ich 135er Kleinbildfilme entwickeln kann, ohne in den Dunkelsack zu müssen. Das Ding funktioniert so verblüffend einfach, dass ich anfangs gedacht hatte, es funktioniere gar nicht.

Die Tanks werden nicht mehr hergestellt, so dass man gebrauchte suchen muss, die teilweise für weit und 100,- Euro gehandelt werden. Ich hatte allerdings Glück und habe einen für 50,- erwischt.

Wer weiß, dass er ausschließlich Kleinbild und jeweils nur einen Film entwickeln will (andere Filme und mehrere gehen nicht), ist auch für 80,- Euro noch gut bedient. Chemie für 50 Filme gibt’s bei Fotoimpex für 20,- Euro, so dass man auf ungefähr denselben Preis kommt, den man auch für ein Startset mit Dunkelsack bezahlen würde – und man spart sich viel Fummelei.

(No) Daylight in your Film