Halbformat

Irgendwann in den 1960er Jahren haben einzelne Kamerahersteller die Idee gehabt, dass man auf ein 135er Negativ von 24x36mm ja auch zwei halbe Bilder von je 18x24mm belichten könnte.

Dabei rausgekommen sind – unter anderen – die Olympus PEN-EE und die Agfa PARAT (die man alleine schon wegen dieses Namens besitzen will).

Ich habe mir für solche Späße selbst auferlegt, nicht mehr als 20,- Euro für eine Kamera auszugeben und bei diesen beiden hat es jeweils auch geklappt. Die Pen hab ich für knapp 17,- und die Parat für genau 20,- bekommen. Eine Diana Mini, die auch halfframe kann, bekommt man mit etwas Glück für 40,- Euro – dafür ist das Ding dann aber auch aus Plastik und ich weiß nicht, ob man der Linse trauen kann.

Die Pen ist eine ideale Schnappschusskamera (gewesen). Die Verschlusszeit ist fest, man stellt die Filmempfindlichkeit ein und eine Selenzelle regelt die Blendenöffnung. Meine Selenzelle scheint noch zu funktionieren, denn die Kamera warnt vor Unterbelichtung – allerdings ist die Blende festgegammelt bei f:22, so dass ich viel Licht brauche, um brauchbare Bilder rauszubekommen.

Eigentlich sollte es kein Hexenwerk sein, die Blende wieder gangbar zu machen – aber ich bin eher Grobmotoriker und habe Sorge, dass die Kamera gar nicht mehr funktioniert, wenn ich sie erstmal aufgeschraubt habe (ist halt kein Fahrrad, wo man man eben draufkloppen kann, um was zu lockern).

Also habe ich mir noch eine Pen EE fürn Zehner gekauft, die sowieso schon tot ist, um daran zu üben. Plötzlich besitzt man Präzisionsschraubenzieher… und bekommt das Ding trotzdem nichtmal ansatzweise so zerlegt, wie verschiedene Anleitungen im Netz es vormachen. Ob es in Berlin einen Laden gibt, der sowas kann?

Meine Parat I hingegen kommt komplett ohne Automatik. Ich begrüße das bei so alten Geräten, denn dann lässt sich Altersschwäche etwas besser ausgleichen. Kürzeste Belichtungszeit ist 1/125, kleinste Blende 22 und ich habe mal einen ISO 400 eingelegt, damit ich nicht jedesmal in Panik ausbreche, nur weil es nach 16:00 Uhr ist. Mal sehen, wie deren Bilder werden.

Halbformat

Mehr Fusch am Film

Die Clack gab’s für 8,99 inklusive Versand.


Das Film einlegen ist bei der Mühle ein wenig abenteuerlich, aber die Vorspannpappe ist ja lang genug.

Den belichteten Film habe ich ca. 12 Minuten lang in 1:50 Rodinal entwickelt – nachdem ich fast 20 Minuten gebraucht habe, das Ding im Dunkelsack sauber einzuspulen und panisch geworden bin, weil meine Hände immer feuchter wurden. Hat aber funktioniert.


(Blick von der Elsenbrücke)

Ich fürchte bloß , das Problem mit den Staubspratzern wird mich noch eine Zeit lang begleiten.

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Fusch am Film

Die Voigtländer Vito II gab’s für 23,- Euro inklusive Versand und sie war ein Schnäppchen. Das Gehäuse ist kaum abgenutzt, der Balgen ist dicht, die Zeiten laufen gut und einzig der Fokusring ist etwas schwergängig. Das deutet alles darauf hin, dass die Kamera nicht allzuoft benutzt worden ist.

Geladen hatte ich einen Ilford FP4+ und entwickelt habe ich selbst (mit dem Starter Set von Fotoimpex). Dabei habe ich mich reichlich dämlich angestellt und den Entwickler in die Dose gekippt, bevor ich überhaupt wusste, wie ich den Fixierer dosieren muss, so dass ich während des – viel zu starken – Schüttelns panisch nach passenden Informationen gesucht habe.

Außerdem habe ich die Zeiten nicht wirklich im Blick gehabt. Das Einzige, was hier gestimmt hat, war die Rodinal-Verdünnung (1:25). Das Wasser hatte so um die 20 Grad und wie lange der Film wirklich im Entwickler war, weiß ich auch nicht so recht. Irgendwas zwischen elf und 15 Minuten. Am Ende ist mir der feuchte Film runtergefallen und den Dreck bekomme ich nicht mehr wirklich runter.

Schwarzweiss-Film selbst zu entwickeln scheint also wirklich fast idiotensicher zu sein.

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