Fusch am Film

Die Voigtländer Vito II gab’s für 23,- Euro inklusive Versand und sie war ein Schnäppchen. Das Gehäuse ist kaum abgenutzt, der Balgen ist dicht, die Zeiten laufen gut und einzig der Fokusring ist etwas schwergängig. Das deutet alles darauf hin, dass die Kamera nicht allzuoft benutzt worden ist.

Geladen hatte ich einen Ilford FP4+ und entwickelt habe ich selbst (mit dem Starter Set von Fotoimpex). Dabei habe ich mich reichlich dämlich angestellt und den Entwickler in die Dose gekippt, bevor ich überhaupt wusste, wie ich den Fixierer dosieren muss, so dass ich während des – viel zu starken – Schüttelns panisch nach passenden Informationen gesucht habe.

Außerdem habe ich die Zeiten nicht wirklich im Blick gehabt. Das Einzige, was hier gestimmt hat, war die Rodinal-Verdünnung (1:25). Das Wasser hatte so um die 20 Grad und wie lange der Film wirklich im Entwickler war, weiß ich auch nicht so recht. Irgendwas zwischen elf und 15 Minuten. Am Ende ist mir der feuchte Film runtergefallen und den Dreck bekomme ich nicht mehr wirklich runter.

Schwarzweiss-Film selbst zu entwickeln scheint also wirklich fast idiotensicher zu sein.

Fusch am Film

10 Gedanken zu „Fusch am Film

  1. Wenn beim Entwickeln der Fixierer nicht fertig ist, keine Hektik. Einfach nach Ende der Entwicklungszeit den Entwickler abgiessen, einmal zwischenwässern, dann in Wasser stehenlassen, bis der Fix fertig ist. Stundenlang stehenlassen sollte man das so nicht, aber eine kleine Weile geht schon.

  2. Matthias schreibt:

    Jau, mit frischen Chemikalien wird es meistens ein Erfolg. Richtig ärgerlich wird es irgendwann später, wenn man die Entscheidung verkackt hat, den vergammelten Entwickler/Fixierer rechtzeitig auszurangieren, und man sich einen Film versaut. Daher: Immer notieren, wann man die Plörre angesetzt hat; immer notieren, wieviele Filme schon drin waren; in der Flasche mit dem Entwickler möglichst wenig Luft oben drin lassen (zusammenquetschen oder Luft durch Schutzgas verdrängen). Im Zweifelsfall lieber neue Chemikalien ansetzen. Wenn im Entwickler braune Schlieren oder Flocken schweben, ist er meistens hin.

  3. Chris schreibt:

    @Matthias: Vorsicht, bei Rodinal stimmt das nicht. Der wird mit der Zeit dunkelbraun (ein Freund von mir hat mal eine Vorkriegsflasche davon in die Finger bekommen, das hat immer noch funktioniert) und tut immer noch was er soll. Beim Fixierer ist das kritisch, bei vielen anderen Entwicklern auch.

    1. Matthias schreibt:

      @Chris: Okay, Rodinal hab ich glaub ich noch nie probiert. Ich hatte früher immer wieder das Problem, dass ich manchmal recht lange Intervalle zwischen meinen Entwickel-Sessions hatte, und dann oft feststellen musste, dass der Entwickler schon zu alt war. Ich hab dann damals ID-11 als Konzentrat angesetzt und in kleine Glasfläschchen ausm Spinnrad randvoll abgefüllt. So hielt sich das jahrelang, und wenn ich mal wieder entwickeln wollte, hab ich den Inhalt von einem Fläschchen passend verdünnt und als Einmalentwickler verwendet.

  4. Karl U. Langhans schreibt:

    Faszinierend, denke auch mal wieder analog in S/W zu fotografieren und selbst zu entwickeln. Wie/Womit hast Du ihn eingescannt?

  5. Moin,
    stolpere gerade über die Vito II … Selbige habe ich letzten Sonntag am Straßenrand gefunden – neben einer Lubitel II und noch zwei anderen Kameras.
    Euer letzter Podcast zum Thema Analog hat mich auch wieder so richtig angefixt selbst zu entwickeln. Ist bei mir auch gute 30 Jahre her 😉
    Schlimm, denn eigentlich arbeite ich an Reduzierung und jetzt schaue ich schon wieder im Netz nach Dunkelsack & Co. Mal sehen 😉

    Gruß
    Alex

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