Daylight in your Film

Das ist ein Jobo 2400 Tageslichttank, in dem ich 135er Kleinbildfilme entwickeln kann, ohne in den Dunkelsack zu müssen. Das Ding funktioniert so verblüffend einfach, dass ich anfangs gedacht hatte, es funktioniere gar nicht.

Die Tanks werden nicht mehr hergestellt, so dass man gebrauchte suchen muss, die teilweise für weit und 100,- Euro gehandelt werden. Ich hatte allerdings Glück und habe einen für 50,- erwischt.

Wer weiß, dass er ausschließlich Kleinbild und jeweils nur einen Film entwickeln will (andere Filme und mehrere gehen nicht), ist auch für 80,- Euro noch gut bedient. Chemie für 50 Filme gibt’s bei Fotoimpex für 20,- Euro, so dass man auf ungefähr denselben Preis kommt, den man auch für ein Startset mit Dunkelsack bezahlen würde – und man spart sich viel Fummelei.

Daylight in your Film

Mehr Fusch am Film

Die Clack gab’s für 8,99 inklusive Versand.


Das Film einlegen ist bei der Mühle ein wenig abenteuerlich, aber die Vorspannpappe ist ja lang genug.

Den belichteten Film habe ich ca. 12 Minuten lang in 1:50 Rodinal entwickelt – nachdem ich fast 20 Minuten gebraucht habe, das Ding im Dunkelsack sauber einzuspulen und panisch geworden bin, weil meine Hände immer feuchter wurden. Hat aber funktioniert.


(Blick von der Elsenbrücke)

Ich fürchte bloß , das Problem mit den Staubspratzern wird mich noch eine Zeit lang begleiten.

Mehr Fusch am Film

Alte Liebe

Ich habe dieses alte Mädchen seit mindestens 20 Jahren nicht benutzt – und glücklicherweise trotzdem aufbewahrt (weil sie mich an einen verstorbenen Freund erinnert).


Batterien rein. Der Belichtungsmesser meldet sich, immerhin die langen Zeiten klingen plausibel, jetzt kommt ein Film rein und dann kuck ich mal.

Dass ich ausgerechnet über eine Einwegkamera – immerhin eine Ilford XP2 – zurück zur Analogfotografie kommen würde, hätte ich auch nicht gedacht.

Alte Liebe

Fastfood für zuhause

In Berlin hat vor ein paar Monaten ein neues Restaurant eröffnet: Die SardinenBar. Neuartig daran, außer für Portugal-Reisende: Es gibt kaum etwas anderes als hochwertigen Dosenfisch, von dessen Existenz ich bisher praktisch nicht wusste. Die Bar ist assoziiert mit dem Feinkostladen Maitre Philippe, von dessen Existenz ich zwar wusste, dessen Sortiment mir aber unbekannt war, obwohl eine des Maitres Töchter zum Freundeskreis gehört (ja, es ist mir peinlich).


Die Dosen, die in der Bar serviert werden, werden im Laden verkauft und ich habe mir einen Stapel davon ins Regal gelegt, so dass ich immer was gutes zu essen im Haus habe. Eine Dose kostet zwischen vier und neun Euro, kauft man bei Philippe gleich ein ganzes Sortiment, kostet die Dose im Schnitt fünf. Bestellen geht auch.

Die besten, trockenen Nudeln, die ich kenne, kosten 4,50 das Pfund. Eine Dose Sardinen (es gibt auch Tunfisch und Bacalhau) reicht für ein Pfund Nudeln. Nudeln kochen, abgießen, zurück in den Topf, Sardinenbüchse auf, kompletten Inhalt in den Top kippen, umrühren, fertig. Eventuell noch etwas Zitrone dazu, um das Ganze etwas aufzufrischen. Ein außergewöhnliches und trotzdem schnelles, einfaches Essen in bester Qualität für zwei Personen (inklusive Nachschlag) kostet also einen knappen Zehner.

Und jetzt kommst Du, Mägges!

Fastfood für zuhause

Erklär mir konservativ

Ich verstehe nicht, was „konservativ“ bedeutet. Immer, wenn ich versuche, die Gedanken und Haltungen zuende zu denken, die mir bei mir und anderen konservativ erscheinen, lande ich in einer nationalistischen, reaktionären, unsolidarischen, autoritären Welt voller Verbote, in der das Neue und die Anderen abzulehnen, auszugrenzen und zu bekämpfen sind, in der nicht alle Menschen dieselben Rechte haben und nicht jeder nach seinem Gusto zufrieden leben soll, sondern stets so, wie es dem Konservativen gerade passt. Gleichzeitig sagen mir die Konservativen, dass Konservatismus ja gar nicht so sei, er genau nicht zu dieser Art rechtsreaktionärem Spießertum führt.

Aber wohin denn dann? Wie sieht die Welt aus, in der Konservative gerne leben würden? Ich würde das wirklich gerne verstehen.

Erklär mir konservativ

The Footbolt Shiraz

Eine der ältesten Flaschen in meinem Alltagsbestand. Schon mehrfach mit umgezogen und nie wirklich gut behandelt worden.


„Mach halt mal auf, ist eh bestimmt längst kaputt“, hab ich gedacht. Aber nixda! Ich sabbere (wo hat der so viel Säure her?) von einem Kompott aus drei schwarzen Kirschen, einer Pflaume, einem Stück sehr dunkler Schokolade und einem Pfefferkorn, serviert in einem alten Tabaksbeutel. Dabei noch sehr frisch auf seine alten Tage und, trotz der eher nicht vorhandenen Eleganz, gar nicht so schwer.

Der hätte noch ein paar Jahre durchgehalten, wäre aber vermutlich nicht mehr besser geworden. Schöner Wein – wenn man es etwas üppiger mag. Würde ich heute nicht mehr kaufen, weil mein Geschmack sich über die Jahre verändert hat und ich es mittlerweile etwas filigraner, leiser mag.

The Footbolt Shiraz