DSLR-Plasteröhrenscanner

Neulich hat mich einer gefragt, wie ich denn eigentlich scanne und da fiel mir ein, dass ich meine neueste Variante noch nicht verbloggt habe. Ich habe mir so ein Plasterohr gekauft, das mit 52mm-Gewinde auf das DSLR-Objektiv aufgeschraubt wird und bei meinem 50mm Joghurtbecher unmittelbar solcherlei Ergebnisse liefert, mit denen ich zufriedener bin als mit dem normalen Scanner.

Im Rohr verbaut ist eine Plastiklinse, deretwegen ich auf ein Makro-Objektiv verzichten kann. Wer das nicht mag, kann sich für ein paar Euro Zwischenringe klicken, um das Weitwinkel oder 50mm zu verlängern. Die Rohre gibt’s von verschiedenen Herstellern, sie kosten gefühlt unangemessen viel Geld für etwas Plastik (über 30,- Euro), es ist etwas fummelig, die Negativstreifen reinzuschieben, ihre Bezeichnung ist „Dia Duplikator“ und es geht auch nur mit Kleinbild. Aber immerhin.

(Foto: Ilford FP4+ in einer Agfa Parat I, danach zu kurz in Rodinal 1:50)

DSLR-Plasteröhrenscanner

Halbformat

Irgendwann in den 1960er Jahren haben einzelne Kamerahersteller die Idee gehabt, dass man auf ein 135er Negativ von 24x36mm ja auch zwei halbe Bilder von je 18x24mm belichten könnte.

Dabei rausgekommen sind – unter anderen – die Olympus PEN-EE und die Agfa PARAT (die man alleine schon wegen dieses Namens besitzen will).

Ich habe mir für solche Späße selbst auferlegt, nicht mehr als 20,- Euro für eine Kamera auszugeben und bei diesen beiden hat es jeweils auch geklappt. Die Pen hab ich für knapp 17,- und die Parat für genau 20,- bekommen. Eine Diana Mini, die auch halfframe kann, bekommt man mit etwas Glück für 40,- Euro – dafür ist das Ding dann aber auch aus Plastik und ich weiß nicht, ob man der Linse trauen kann.

Die Pen ist eine ideale Schnappschusskamera (gewesen). Die Verschlusszeit ist fest, man stellt die Filmempfindlichkeit ein und eine Selenzelle regelt die Blendenöffnung. Meine Selenzelle scheint noch zu funktionieren, denn die Kamera warnt vor Unterbelichtung – allerdings ist die Blende festgegammelt bei f:22, so dass ich viel Licht brauche, um brauchbare Bilder rauszubekommen.

Eigentlich sollte es kein Hexenwerk sein, die Blende wieder gangbar zu machen – aber ich bin eher Grobmotoriker und habe Sorge, dass die Kamera gar nicht mehr funktioniert, wenn ich sie erstmal aufgeschraubt habe (ist halt kein Fahrrad, wo man man eben draufkloppen kann, um was zu lockern).

Also habe ich mir noch eine Pen EE fürn Zehner gekauft, die sowieso schon tot ist, um daran zu üben. Plötzlich besitzt man Präzisionsschraubenzieher… und bekommt das Ding trotzdem nichtmal ansatzweise so zerlegt, wie verschiedene Anleitungen im Netz es vormachen. Ob es in Berlin einen Laden gibt, der sowas kann?

Meine Parat I hingegen kommt komplett ohne Automatik. Ich begrüße das bei so alten Geräten, denn dann lässt sich Altersschwäche etwas besser ausgleichen. Kürzeste Belichtungszeit ist 1/125, kleinste Blende 22 und ich habe mal einen ISO 400 eingelegt, damit ich nicht jedesmal in Panik ausbreche, nur weil es nach 16:00 Uhr ist. Mal sehen, wie deren Bilder werden.

Halbformat

Fusch am Film

Die Voigtländer Vito II gab’s für 23,- Euro inklusive Versand und sie war ein Schnäppchen. Das Gehäuse ist kaum abgenutzt, der Balgen ist dicht, die Zeiten laufen gut und einzig der Fokusring ist etwas schwergängig. Das deutet alles darauf hin, dass die Kamera nicht allzuoft benutzt worden ist.

Geladen hatte ich einen Ilford FP4+ und entwickelt habe ich selbst (mit dem Starter Set von Fotoimpex). Dabei habe ich mich reichlich dämlich angestellt und den Entwickler in die Dose gekippt, bevor ich überhaupt wusste, wie ich den Fixierer dosieren muss, so dass ich während des – viel zu starken – Schüttelns panisch nach passenden Informationen gesucht habe.

Außerdem habe ich die Zeiten nicht wirklich im Blick gehabt. Das Einzige, was hier gestimmt hat, war die Rodinal-Verdünnung (1:25). Das Wasser hatte so um die 20 Grad und wie lange der Film wirklich im Entwickler war, weiß ich auch nicht so recht. Irgendwas zwischen elf und 15 Minuten. Am Ende ist mir der feuchte Film runtergefallen und den Dreck bekomme ich nicht mehr wirklich runter.

Schwarzweiss-Film selbst zu entwickeln scheint also wirklich fast idiotensicher zu sein.

Fusch am Film

Team Quicksnap

Wir waren in Venedig, ich hatte eine Einwegkamera Ilford XP2 dabei und habe das Ding für spontane Schüsse aus der Hüfte benutzt.

Der XP2 ist ein Schwarzweißfilm, der im C41-Farbentwickler entwickelt wird, so dass diese Filme auch bei einem Schnell-Labor abgegeben werden können.

Die zugehörigen Papierabzüge werden allerdings farbstichig. Früher kamen oft sepiastichige Abzüge zurück, was immer ganz cool ausgesehen hat. Diese hier (über den Drogeriediscounter zu Cewe geschickt) waren allerdings rotstichig, was eher oll aussieht.

Die Schärfe finde ich sehr mäßig, was aber auch daran liegen kann, dass ich zu doof bin, die Negative sauber einzuscannen.

Team Quicksnap

Abgelaufen

Ganz hinten in der Schublade – also maximal mies gelagert – lag eine, Mitte 2006 abgelaufene, Fuji Quicksnap. Von den 27 Fotos sind gerade mal 12 was geworden, die meisten unterbelichtet.

(Spreepark)

Ich schätze, dass von den ursprünglichen 400 ISO vielleicht noch 50 übrig geblieben sind – wenn überhaupt.

Abgelaufen

Berlinberlin

Dieses Bild habe ich irgendwann 2008 aufgenommen. Dummerweise mit einer Kamera, die für solcherlei Aufnahmen im Grunde ungeeignet war, irgendeine kleine Hosentaschenlumix war das, und dass ich das Foto überhaupt machen konnte, war purer Zufall.

Ich war spazieren auf der Fischerinsel, stand vor einem dieser Hochhäuser und dachte mir: „zieh mal an der Tür“, die dann auch einfach aufging. Glücklicherweise waren an den Enden der Flure kleine, balkonartige Austritte mit Geländer, auf das ich die Kamera stellen konnte. Viertelsekunde, Selbstauslöser und den Rest der Automatik überlassen. Irgendwann will ich mir nochmal mit einer ordentlichen Kamera Zutritt verschaffen. Trotzdem eins meiner liebsten Bilder.

Berlinberlin