Doldenmädel

doldenmaedelUnten am Berg gibt es ein Restaurant. Seit ich in Berlin lebe, hat der Laden gefühlt schon fünfmal seinen Namen gewechselt. Vermutlich war es nur dreimal, als ich zuletzt dort war, hieß er jedenfalls „Kaiserstein“ und war irgendwie oll. Die Küche war in den späten 80ern mal modern. Eiche Rustikal mit Hähnchenbrustfilet, Bauernfrühstück.

Neuerdings heißt der Laden „Doldenmädel“. Als Dolden bezeichnet man den Blütenstand vom Hopfen und weil es seit ein paar Jahren glücklicherweise diese Craftbeer-Mode gibt, kann man einen Laden, der Craftbeer anbietet, auch mal so nennen.

Ich habe es mindestens ein Jahr lang versäumt, dort mal reinzugehen, weil ich von früher immer noch irgendwie gehemmt war, wurde letzten Samstag aber gleichsam gezwungen, denn jemand anderes hatte die Lokalwahl. Zum Glück.

Im Doldenmädel gab es 18 Biere vom Fass, reichlich Ratsherren, kennt man ja, aber auch ein paar ausgefallenere Sachen, wie Trappisten, Chouffe oder Geuze. Die Speisenkarte ist sehr kurz, drei Stullen, zwei Burger und was Vegetarisches, aber man geht hier ja auch nicht zum Essen hin. Der Pulled Pork Burger war okay, für „okay“ etwas zu teuer, aber eine gute Grundlage. Die Kellner sind schnell, freundlich und kompetent, was in dieser Kombination für Berliner Verhältnisse eher außergewöhnlich ist. Darum, und weil ich möglichst viel durchprobieren wollte, habe ich dann auch etwas zu viel getrunken – und trotzdem recht wenig bezahlt, denn die 0,3er Gläser kosten nur irgendwas zwischen 2,80 und 6,50. Da geh ich jetzt öfter hin. Selbst trunken brauche ich nämlich nur 20 Minuten zu Fuß nachhause.

Doldenmädel